
Die Straßen im Stadtzentrum Barcelonas zeigen noch Spuren ihrer Vergangenheit als römische Stadt, die vor 2.000 Jahren unter dem Namen Barcino bekannt war. Jahrhunderte später siedelten sich Westgoten und Muslime in der Stadt an, die ebenfalls von der günstigen geographischen Lage angezogen wurden. Dennoch dauerte es bis zu den Zeiten der Krone Aragons, bis sich Barcelona während des 13. und des 14. Jahrhunderts in eine der wichtigsten Mittelmeerstädte verwandelte. Mit der Vereinigung der Krone mit dem Königreich von Kastilien begann der Niedergang der Stadt, begleitet von kriegerischen Auseinandersetzungen wie dem Aufstand der Schnitter oder dem Erbfolgekrieg.
Urbanismus ‘made in’
Die Stadt führte den Industrialisierungsprozess des Landes an und erlebte eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Erneuerung, die heute alsm „Renaixença“ bekannt ist. Wohlstand und Wachstum führten dazu, dass die alten Stadtmauern, die die Stadt begrenzten, niedergerissen und Ende des 19. Jahrhunderts sechs angrenzende Ortschaften eingemeindet wurden. Barcelona dehnte sich aus und benötigte eine neue Stadtplanung, um das demographische und industrielle Wachstum der Epoche aufzunehmen. Der Ingenieur Ildefonso Cerdà entwarf einen Stadtplan mit separaten Gebäuden und breiten Straßen, in die das Sonnenlicht fluten konnte, ohne auf die Klassenunterschiede der Bevölkerung zu achten, durch die eigenständige Stadtviertel entstanden, mit einem großen Markt und ausgeglichen verteilten öffentlichen Einrichtungen.
Von der Luft aus unverwechselbar
Trotz der Proteste des Bürgertums wurde der Plan Cerdà mit einigen Änderungen ausgeführt. Heute prägt er das typische Bild der gesamten Stadt, das jedoch im beliebten Stadtviertel Eixample besonders ausgeprägt ist. Wenn man durch die breiten Straßen dieses Viertels spaziert, findet man einige der bekanntesten Promenaden und Plätze der Stadt, wie zum Beispiel den Passeig de Gràcia, die Rambla de Catalunya, die Plaça de Catalunya, die Avinguda Diagonal, die Carrer Aragó, den Passeig de Sant Joan, die Plaça de la Sagrada Família, die Plaça Gaudí und, an den beiden äußersten Enden des Viertels, die Plaça de les Glòries und die Plaça Francesc Macià. Im Eixample gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie den Temple Expiatori de la Sagrada Família, die Casa Milà, die Casa Batlló, das Teatre Nacional de Catalunya, L’Auditori, die Stierkampfarena Monumental und die Casa de les Punxes. All diese Monumente können von der Plaça Catalunya im Stadtzentrum aus zu Fuß erreicht werden.
Zum Meer hin offen
Nachdem die Stadtmauern niedergerissen worden waren und die Stadt sich dem Rest der Welt geöffnet hatte, fand im Jahre 1888 und noch einmal im Jahre 1929 die Internationale Weltausstellung in Barcelona statt. 1992 begann ein neuer Umwandlungsprozess der Stadt, um die Erfolgsaussichten der Kandidatur Barcelonas als Ausrichtungsort der Olympischen Spiele zu verbessern. Durch die Erweiterung des Flughafens El Prat, den Bau des Olympischen Dorfes und die Errichtung von Sportanlagen wie dem Palau Sant Jordi und dem Olympischen Hafen entwickelte sich Barcelona endgültig zu einer kosmopolitischen, dynamischen und integrativen Metropole.

